BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Kreisverband Bautzen - Budyšin

Kreisverband

Manche teilen. Andere horten.

04.11.2026 –

 

Die Schere zwischen Arm und Reich ist in den letzten Jahrzehnten so weit aufgegangen, dass das reichste Prozent der Deutschen mittlerweile mehr Vermögen besitzt als 90 Prozent der Gesellschaft zusammen. Damit zählen wir zu den Ländern mit der ungleichsten Vermögensverteilung in Europa. Ein erheblicher Teil der großen Vermögen in Deutschland stammt nicht aus eigener Arbeit, sondern aus Erbschaften. Mit jeder neuen Erbengeneration nimmt die Konzentration von Vermögen weiter zu und damit steigt die Ungleichheit in unserem Land.  Denn wenn Herkunft und Vermögen über Bildungs- und Aufstiegschancen entscheiden, wächst die Frustration und das Vertrauen in die demokratischen Institutionen sowie die politische Gestaltungsfähigkeit unserer Gesellschaft schwindet. Das ist nicht nur unsozial, das ist volkswirtschaftlich und gesellschaftlich gefährlich.

Unsere Ansätze zur Bekämpfung von Vermögensungleichheit:

- geringere Erwerbsbesteuerung

- eine fairere Erbschaftssteuer

- eine faire Vermögenssteuer

- schließen von Steuerschlupflöchern

- lokale Besteuerung der Gewinne multinationaler Konzerne

- Mehrwertsteuer gerecht machen

- Finanzkontrollen stärken

- eine globale Milliardärssteuer


"Wer mit einem enormen Vermögen einen besonders großen ökologischen Fußabdruck hinterlässt, muss stärker an der Finanzierung der sozial gerechten Bewältigung der Klimakatastrophe beteiligt werden.
Immer wieder wird behauptet, die Reichen würden bereits den Großteil der Steuern zahlen. Tatsächlich tragen die reichsten zehn Prozent rund ein Drittel aller Steuern und Sozialabgaben. Zugleich erzielen sie einen vergleichbar großen Anteil der Einkommen. Von einer überproportionalen Belastung kann demnach keine Rede sein. Das liegt auch an der ungerechten Ausgestaltung unseres Steuer- und Abgabensystems. Während niedrige Einkommen durch Verbrauchsteuern wie der Umsatzsteuer überproportional belastet werden, bleiben hohe Einkommen und große Vermögen bei Sozialabgaben und der Besteuerung privilegiert. Deshalb fordere ich eine echte Steuer- und Abgabengerechtigkeit: Wer über außergewöhnlichen Reichtum verfügt, muss auch einen angemessen größeren Beitrag dafür leisten."

Robert Schimmel, Vorstandsmitglied des KV Bautzen


„Arbeit muss sich lohnen! Bereits bei durchschnittlichen Einkommen werden Arbeitnehmer stark belastet. Hier liegen wir in Deutschland weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder. Gleichzeitig ist die Besteuerung großer Vermögen in Deutschland weit unterdurchschnittlich. Diese Ungleichheit führt zur weiteren sozialen Spaltung unserer Gesellschaft und ist in höchstem Maße unsozial. Erwerbsarbeit muss in Zukunft zu spürbar mehr verfügbarem Einkommen bei den Menschen führen!“

Nora Egli, Co-Vorsitzende des KV Bautzen


„Während für gemeinschaftliche Aufgaben immer weniger Geld zur Verfügung steht, haben sich die Privatvermögen in Deutschland innerhalb der letzten 20 Jahre mehr als verdoppelt. Diese Umverteilung von der Gemeinschaft zum Einzelnen kann nicht grenzenlos weitergehen. Verschiedene Einkommen und Vermögen sind absolut legitim. Eine grenzenlose Konzentration von Vermögen gefährdet aber das Miteinander. Davor dürfen wir nicht die Augen verschließen.“

Dr. Reinhold Herschel, Kreisschatzmeister des KV Bautzen