27.04.2026 –
Der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen verurteilt die geplante Schließung der Geburtenstation des Klinikums Kamenz scharf. Die Entscheidung der Krankenhaus Geschäftsführung, begründet mit dem demografischem Rückgang, nicht erfüllbaren Mindestmengenvorgaben und steigenden Qualitätsanforderungen, stelle die regionale Gesundheitsversorgung infrage und ist ein falsches Zeichen für die Entwicklung der Region.
Nach Angaben der Sächsischen Zeitung soll die Geburtsstation wegen rückläufiger Fallzahlen und den Vorgaben der Krankenhausreform schließen. Die Grünen weisen darauf hin, dass dann nur noch Geburtsstationen in Bautzen, Hoyerswerda und Dresden für junge Familien aus der Region verbleiben. Schwangere aus Kamenz und Umgebung müssten weite Strecken zurücklegen, was ein gesundheitliches Risiko für Mutter und Kind darstellt und deshalb den Bemühungen um einen Zuzug von jungen Menschen in die Region massiv schadet.
„Der Verlust der Geburtsstation wäre ein großer Schaden für Kamenz und die Region. Die Möglichkeit bei der Geburt auf kurzem Weg Hilfe und Unterstützung zu bekommen ist das, was eine familienfreundliche Region ausmacht. Gerade wegen der demografischen Entwicklung ist es zwingend erforderlich, dass gut funktionierende Geburtsstationen erhalten bleiben und entwickelt werden.“, erklärt Matthias Höhle, Kreisvorsitzender der GRÜNEN im Landkreis Bautzen.
„Der Erhalt der Geburtsstation des Klinikums Kamenz ist absolut notwendig für die Frauengesundheit in unserem Landkreis. Sie wollen eine echte Wahlfreiheit und dazu gehört eine Klinik die erreichbar ist und einen guten medizinischen und familiären Standard sichert. Das schafft Bleibeperspektiven für junge Frauen und wirkt dem demographischen Wandel entgegen. Geburtshilfe ist menschliche Grundversorgung.“, ergänzt Nora Egli, Sprecherin im Kreisverband Bautzen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.
"Gerade hier in der sorbischen Lausitz baut man Strukturen auf, nicht ab. Das ist Politik von Bündnis 90/DIE GRÜNEN. Die Sorben hier in der Lausitz haben schon beim Abbau der Braunkohle eine große Last für die Gemeinschaft getragen und dürfen nun nicht schon wieder von Strukturrückbau betroffen sein." sagt Matthias Höhle, Kreisvorsitzender der GRÜNEN im Landkreis Bautzen.
Wir Grünen fordern eine Neubewertung der bundesweiten KrankenhausreformKriterien unter Berücksichtigung regionaler Versorgungsbedürfnisse und schlagen finanzielle Sonderprogramme des Landes Sachsen vor, um Geburtsstationen in strukturschwachen Regionen zu sichern.
Nora Egli und Matthias Höhle,
Vorstandsvorsitzende des Kreisverbandes Bautzen von BÜNDNIS90 / DIE GRÜNEN