
23.05.2026 –
Landrat Witschas beklagte kürzlich die fehlende "Familienlust" im Landkreis. Diese wird unter anderem begründet mit einem Wertewandel und damit einhergehend mit dem Übergang von der Pflichterfüllung zur Selbstverwirklichung.
Selbstverwirklichung ist kein Gegensatz zu Familie. Im Gegenteil: Viele Menschen möchten heute Familie und persönliche Entfaltung miteinander verbinden. Dass Menschen nicht mehr allein aus gesellschaftlichem Druck heraus heiraten oder Kinder bekommen, ist kein moralischer Verfall, sondern Ausdruck von Freiheit und Eigenverantwortung. Der Begriff der „Pflichterfüllung“ ist problematisch. Kinder sollten nicht aus Pflichtgefühl entstehen, sondern aus Überzeugung, Liebe und dem Wunsch, Verantwortung bewusst zu übernehmen. Eine Gesellschaft, die Familien stärken will, sollte deshalb nicht mit nostalgischen Schuldzuweisungen arbeiten, sondern bessere Rahmenbedingungen schaffen.
Als politisch engagierte Eltern und Großeltern haben wir mal unsere 20 Punkte für einen familienfreundlicheren Landkreis zusammengestellt:
Wer jetzt sagt, vieles davon könne der Landrat nicht beeinflussen, hat sicher recht. Aber er ist Mitglied der Regierungspartei in Sachsen und im Bund. Vielleicht kann er ja doch mal etwas bewirken? Und wer im Landkreis aktuell den Mangel nur noch verwaltet und überall kürzt, statt endlich in Familien zu investieren, sollte sich nicht wundern, wenn Frauen und auch Männer keine Kinder mehr wollen.
Maria Untch, Beisitzerin im Vorstand des Kreisverbandes Bautzen-Budyšin dazu:
"In den aktuell unsicheren Zeiten ist es keine Überraschung, dass sich Familien gut überlegen ob sie Kinder in diese Welt setzen wollen. Wer dies ändern will, muss bessere Bedingungen schaffen."
"Eine Familiengründung braucht verlässliche finanzielle und soziale Rahmenbedingungen. Es ist die Aufgabe der Politik, diese zu schaffen und nicht einfach einen Wertewandel vorzuschieben.“ ergänzt Nora Egli, Vorsitzende im Kreisverband Bautzen-Budyšin